Institut und Gemeinschaftspraxis für Pathologie

Willkommen auf den Webseiten des Instituts für Pathologie am Hegau-Bodensee-Klinikum Singen!

Unser Motto: "Eine Spur gründlicher!"

Chefarzt PD Dr. Joachim Böhm
Chefarzt PD Dr. Joachim Böhm

Im Folgenden stellen wir uns Ihnen vor und erläutern, warum die Pathologie von heute für Sie als mögliche Patienten so wichtiggeworden ist. Wir Pathologen fungieren für Patienten nämlich oft als "Lotsen der Therapie", wobei unsere Schlüsselrolle in der Diagnostik der breiten Öffentlichkeit leider oft zu wenig bekannt ist.

Unser Institut betreut die Kliniken des Hegau-Bodensee-Klinikums mit den Standorten Singen, Radolfzell, Engen, Gailingen und Stühlingen. Zugleich fungieren wir im Rahmen unserer Gemeinschaftspraxis für Pathologie (PD Dr. Joachim Böhm & Dr. Ulrich Oehler) im ambulanten Bereich als verlässliche Kooperationspartner für über 120 Arztpraxen und Krankenhäuser im weiteren Umland. Im Bereich unserer diagnostischen Schwerpunktkompetenzen Uropathologie und Hämatopathologie sind wir für viele Einsender aus ganz Deutschland tätig.

Das Spektrum der von uns durchgeführten Untersuchungen umfasst die makroskopische Begutachtung und die mikroskopische (sog. "feingewebliche") Analyse aller Arten von Gewebe, und zwar vom Scheitel bis zur Sohle. Dabei unterscheidet man die Bereiche Histologie, Immunhistochemie, Schnellschnittdiagnostik, Zytologie (inklusive der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung) und die immer bedeutsamer werdende Molekularpathologie. Auf Antrag der Kliniker werden Obduktionen durchgeführt.

Moderne Pathologie

Laborgebäude am HBK Singen mit dem Institut für Pathologie im 2. OG (im Hintergrund der Hohentwiel)
Laborgebäude am HBK Singen mit dem Institut für Pathologie im 2. OG (im Hintergrund der Hohentwiel)

Das Fach Pathologie hat in den vergangenen Jahrzehnten eine fundamentale Wandlung erlebt. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Pathologie im Sektionssaal angesiedelt – dort wurden seinerzeit bei Leichenöffnungen viele Krankheiten und krankhafte Organveränderungen überhaupt erst entdeckt unddokumentiert. Infolge des rasanten medizinischen Fortschritts, vor allem im Bereich der Chirurgie und der Endoskopie (z.B. durch die Einführung von Magen-Darm-Spiegelungen), ist heutzutage die Untersuchung von Gewebeproben und zytologischen Ausstrichen von lebenden Patienten in den Mittelpunkt der Tätigkeit von Pathologen gerückt. Gleichzeitig ist die Anzahl durchgeführter klinischer Obduktionen immer weiter zurückgegangen, da heutzutage – vor allem dank der Labordiagnostik, der Bildgebung (Computertomographie, Kernspin, Ultraschall) und des EKG (Elektrokardiogramm) – nahezu alle krankhaften Organveränderungen in Patienten schon zu Lebzeiten erkannt und behandelt werden können.

Ein Beispiel: Bei einem Patienten mit Oberbauchbeschwerden wird zur diagnostischen Abklärung eine Magenspiegelung durchgeführt. Dabei findet der endoskopisch tätige Arzt ein auffälliges Areal in der Schleimhaut des Magens. Er entnimmt mit einer kleinen Greifzange einige 2 - 3 mm große Gewebeproben (sog. Biopsien) aus diesem Areal und schickt sie zu uns in die Pathologie. Hier werden die Proben aufbereitet, sodass sie unter dem Mikroskopbegutachtet werden können. In unserem Beispiel stellt der
Pathologe bei der mikroskopischen Untersuchung der Proben die Diagnose eines Magenkarzinoms, also eines bösartigen Tumors, der dringend behandelt werden muss. Mit der Stellung der Krebsdiagnose übernimmt der Pathologe eine immense Verantwortung, da sich daraus für den betroffenen Patienten
gravierende Folgen ergeben, zumeist eine Operation oder eine Chemotherapie. Auf diese Weise wird der Pathologe zum "Lotsen der Therapie". Es gibt kaum eine Tumordiagnose, die nicht von einem Pathologen gestellt wird!

Leider herrscht in der Bevölkerung noch immer das Bild der traditionellen Obduktionspathologie vor. Dieses wird von den Medien auch immer wieder neu befördert durch eine mangelhafte Unterscheidung der medizinischen Fachgebiete Pathologie und Rechtsmedizin. Wird in einem Krimi anlässlich eines Mordfalls ein "Pathologe" konsultiert, so ist dafür ausschließlich ein Rechtsmediziner zuständig, der speziell dafür ausgebildet ist und ein ganz anderes Tätigkeitsspektrum als ein Pathologe hat.

Pathologie-Vortrag in der Stadthalle Singen
Pathologie-Vortrag in der Stadthalle Singen

In den letzten 20 Jahren hat die moderne Pathologie durch die Entwicklung der Molekularpathologie einen weiteren, sehr wesentlichen Innovationsschub bekommen. Mit Hilfe dieses neuen Zweiges der Pathologie eröffnen sich für bestimmte Krebspatienten ganz neue Behandlungsmöglichkeiten, die zusätzlich zu den bisher verfügbaren, zumeist bewährten und ständig weiter verbesserten konventionellen Therapieformen eingesetzt werden können. Im Rahmen dessen wird bei einer zunehmenden Anzahl von
Krebsformen das Tumorgewebe von uns zusätzlich auch molekularpathologisch untersucht mit dem Ziel, bestimmte molekulare Veränderungen (z.B. Mutationen) in den Tumorzellen nachzuweisen, für deren Behandlung spezifisch wirksame Medikamente entwickelt worden sind. Liegt die gesuchte molekulare Veränderung im Tumorgewebe vor, so können diese Medikamente verabreicht werden, wodurch das Tumorwachstum oft gebremst und in manchen Fällen sogar gestoppt werden kann. Da diese Therapieoptionen vom jeweiligen Einzelfall abhängig sind, bezeichnet man diese oft als sog. "personalisierte Medizin".

Die Bedeutung der modernen Pathologie in der Onkologie(Tumormedizin) wird auch durch die verpflichtende Mitwirkung der Pathologen in den verschiedenen Krebszentren offensichtlich. So sind bei den interdisziplinären Tumorkonferenzen der Ärzte, bei denen Art und Umfang des weiteren therapeutischen Vorgehens bei jedem einzelnen Krebspatienten diskutiert werden, stets auch Pathologen mit von der Partie. Von dieser besonderen Rolle der Pathologen in Diagnostik und Therapiefindung bekommt ein betroffener Patient in der Regel nicht viel mit, weil ein Pathologe ja nicht mit am Krankenbett steht.

Das Fach Pathologie stellt ein kleines, aber wichtiges Zahnrad im Getriebe eines Klinikums wie dem in Singen dar. Sofern bei einem Patienten krankhaftes Gewebe operativ entfernt worden ist, wartet man in aller Regel mit der Entlassung des Patienten aus stationärer Behandlung, bis die Diagnose vom Pathologen
eingetroffen ist. Daher ist eine zügige Diagnosestellung in der Pathologie eine Grundvoraussetzung, um die Liegezeiten stationärer Patienten im Krankenhaus möglichst kurz zu halten.

Die Pathologie ist ein kleines Fach innerhalb der Medizin. Nach Auskunft des Bundesverbandes Deutscher Pathologen (BDP) gibt es in Deutschland derzeit knapp 1.700 berufstätige Fachärzte für
Pathologie. Das sind nur rund 0,4 % der Ärzteschaft in Deutschland.

Was also ist ein Pathologe?

  • Er ist Facharzt für Gewebs- und Zellveränderungen;
  • Er ist ein Krankheitsversteher;
  • Er ist ärztlicher Berater des behandelnden Arztes.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Pathologen in der medizinischen Diagnostik eine zentrale Rolle spielen, indem sie morphologische und molekulare Untersuchungen an Geweben und Zellen durchführen, deren Ergebnisse für die Patienten diagnoseweisend sind.

Geschichte der Pathologie in Singen

1960: Gründung des Instituts für Pathologie am Klinikum Singen

Prof. Dr. Heinz Rübsaamen (Leitung 1960 - 1982)
Die Pathologie wird im sog. Altbau auf der Rückseite des Klinikums untergebracht. Dort zunächst noch "traditionelle Pathologie" mit Schwerpunkt auf dem Obduktionswesen. Neue Untersuchungsmethoden wie die Histologie (einschließlich Biopsiediagnostik), die Schnellschnittuntersuchung sowie die Zytologie werden im Institut etabliert.

Prof. Dr. Burkhard Helpap (1982 - 2003)
Rasante Zunahme des Eingangsvolumens in der Histologie und Zytologie (letzteres v.a. auch durch die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung). Einführung der Immunhistochemie. Die Uro-Pathologie (insbesondere Prostata-Pathologie) wird diagnostischer Schwerpunkt des Instituts. Die Obduktionszahlen
sinken kontinuierlich.

Prof. Dr. Christian Fellbaum (2003 - 2018)
2008 Umzug in den Neubau des Laborgebäudes, welches dem eigentlichen Klinikumsgebäude vorgelagert ist. Die malignen Lymphome (Tumoren des lymphatischen Gewebes, insbesondere der Lymphknoten) werden weiterer Diagnostik-Schwerpunkt.

PD Dr. Joachim Böhm (seit 2018)
Nun wird die Hämatopathologie (Krankheiten des blutbildenden Knochenmarks) ein weiterer diagnostischer Schwerpunkt. Im Jahr 2020 folgt die Erweiterung des diagnostischen Spektrums um die
Molekularpathologie durch Teilhabe von Dr. Böhm und Dr. Oehler an der neu gegründeten "Teilgemeinschaftspraxis Molekularpathologie Baden-Württemberg".

Zertifiziert nach DIN ISO 9001

Zertifiziert nach DIN ISO 9001

Von ZS ZertSozial (Zertifizierungs- und Prüfinstitut für Fachpersonal und Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens) wurden Institut und angeschlossene Gemeinschaftspraxis für Pathologie nach ISO 9001 zertifiziert.

Unsere Fortbildungen finden Sie hier, Veranstaltungen können Sie hier einsehen.

Aktuelle Besucherregelung

Besucherselbstauskunft Covid -19 und Verpflichtungserklärung

(Bitte vor Besuch ausfüllen und mitbringen)


Liebe BesucherInnen, liebe Angehörige,

unsere stationären Patienten freuen sich über Ihren Besuch. Die seit dem 25. August 2021 geltende Corona-Verordnung des Landes lässt wieder mehr Besucher pro Patient zu. Deswegen haben wir unsere Besucherregelung auf der Grundlage der Verordnung angepasst. Wir möchten Sie aber aufgrund der weiterhin anhaltenden Pandemie darum bitten, die Anzahl der gleichzeitigen Besucher so gering wie möglich zu halten, um die Gefahr von eventuellen Ansteckungen zu minimieren.

Wir freuen uns, Sie in den Kliniken des GLKN begrüßen zu dürfen. In den Kliniken Singen, Radolfzell und Stühlingen gelten die üblichen Besuchszeiten von 9.00 bis 20.00 Uhr (Ausnahmen klären Sie bitte mit dem verantwortlichen Arzt der jeweiligen Station). Im Klinikum Konstanz heißen wir Sie von Montag bis Freitag von 13.00 bis 19.00 Uhr und am Wochenende sowie feiertags von 12.00 bis 18.00 Uhr willkommen.

Bitte beachten Sie, dass zum Schutz des Personals und der Beschäftigten Menschen, die in den letzten vier Wochen an COVID-19 erkrankt waren oder bei denen ein unwiderlegter Verdacht auf eine Erkrankung besteht, vom Besuch ausgeschlossen sind.

Zur Erhebung der Kontaktdaten steht den Besuchern ab sofort die Luca App an den zentralen Eingängen unserer Kliniken zur Verfügung. Sollten Sie sich lieber mittels Formular anmelden wollen, steht Ihnen unser Besucherfragebogen zur Verfügung.

Das Tragen einer geeigneten Maske, auch im Krankenzimmer, ist bei BesucherInnen weiterhin vorgeschrieben. Bitte bringen Sie einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz oder eine geeignete FFP2-Maske selber mit. Wir empfehlen die FFP2-Maske, da Sie für Sie und den besuchten Patienten einen höheren Schutz bietet. In Einzelfällen können beide Maskentypen bei der Eingangskontrolle gegen eine Gebühr erworben werden.

Auf unseren Intensivstationen, in der Neonatologie, in der Onkologie und auf den Covid19-Stationen ist aus Rücksicht auf die besonders schwer erkrankten PatientInnen die FFP2-Maske weiterhin vorgeschrieben.

Besucher stationärer Patienten in unseren Kliniken haben weiterhin einen negativen Antigentest vorzuweisen - das gilt für den Besuch im Innen- als auch im Außenbereich. Das Schnelltestergebnis darf nicht älter als 24 Stunden sein. Das Ergebnis eines PCR-Tests darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Von der Testpflicht ausgenommen sind vollständig geimpfte oder genesene Personen. Hierüber ist ein geeigneter Nachweis zu erbringen (*).

Wenn Sie einen ambulanten Untersuchungs- oder Behandlungstermin oder einen Termin in einer Sprechstunde haben, teilen Sie dies an der Eingangskontrolle bitte mit. Ambulante Patienten benötigen eine FFP2-Maske oder bei Vorliegen von Testung oder Impfung mindestens einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz.

Bitte desinfizieren Sie beim Betreten der Klinik Ihre Hände. Die Einhaltung der Abstandsregel gilt auch im Krankenhaus.

Das Betreten der Kliniken ist nur über die zentralen Haupteingänge gestattet.

Wir bitten unsere Besucherinnen und Besucher um Verständnis und um Einhaltung der Besucherregelung.

Vielen Dank!

Ihre Krankenhausleitung

Stand: 13.09.2021

(*) Nachweis: Bei Geimpften: Impfnachweis (Gelbes Buch) oder Impfbescheinigung oder Digitaler Impfnachweis plus Identitätsausweis. Bei Genesenen: schriftlicher positiver PCR-Nachweis nicht älter als 6 Monate und nicht jünger 28 Tage plus Identitätsnachweis.

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