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Kaputte Knochen mit Kunststoff und UV-Licht heilen

31.05.2019

Hegau-Bodensee-Klinikum Radolfzell führt neue Methode zur Behandlung von Knochenbrüchen ein/ Vor allem alte Menschen profitieren von der neuen Methode

Neues Osteosyntheseverfahren im HBK Rz

(Radolfzell). Am Hegau-Bodensee-Klinikum Radolfzell wird durch die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie seit September 2018 bei der Versorgung von Knochenbrüchen eine neue OP-Methode angewendet, die vor allem für geriatrische, also alte Patienten und für Diabetespatienten von großem Vorteil ist. Beide Fachbereiche – Geriatrie und Diabetologie - sind im Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz schwerpunktmäßig im Klinikum Radolfzell angesiedelt.

Zum Einsatz kommt ein neues Osteosyntheseverfahren, also ein Verfahren zur operativen Stabilisierung von Brüchen, das ohne Schrauben, Platten und größere Hautschnitte auskommt. Stattdessen reicht zur Versorgung ein kleiner, maximal ein Zentimeter großer Schnitt, über den unter Röntgenkontrolle ein Katheter in den gebrochenen Knochen eingeführt wird. Dieser Katheter wird nach Einrichtung des Bruches mit einem speziellen Kunststoff ausgegossen und mittels UV-Licht ausgehärtet. Das Verfahren ist vergleichbar mit dem Aushärten einer Kunststofffüllung mit UV-Licht beim Zahnarzt wobei bei dieser OP-Methode das ultraviolette Licht über einen Lichtleiter der im Katheter eingebracht ist eingeleitet wird, der dann nach dem Aushärten wieder entfernt wird.

Oberarzt Joachim Maier, der die neue Methode im Radolfzell eingeführt hat, erklärt, das Verfahren sei ideal für die Versorgung von Frakturen bei Menschen mit Osteoporose und geschwächter Knochenqualität, wie sie bei alten Menschen häufig besteht. Auch bei Patienten mit einer Zuckerkrankheit oder Durchblutungsstörung biete das Verfahren Vorteile, da hier aufgrund der Grunderkrankung bei der offenen Versorgung häufiger Komplikationen wie Wundheilungsstörungen vorkommen können. Gerade bei diesen Patientengruppen ist die Weichteilschonung überaus wichtig und kann durch das minimalinvasive Vorgehen gesichert werden. Weil bei alten Menschen oft mehrere der vorgenannten Erkrankungen zusammen kommen, profitieren gerade sie von der neuen OP-Methode.

Dr. Wolff Voltmer, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Radolfzell, ist von der Methode begeistert. Denn, so Voltmer, sie bringe den Patienten viele Vorteile. Knochenbrüche die in dieser Weise versorgte werden, müssen nicht lange ruhig gestellt und können schnell wieder belastet werden. Bei einer offenen Operation ist die volle Belastung üblicherweise erst nach sechs Wochen möglich. Gerade bei alten Patienten ist es aber wichtig, dass sie schnell wieder auf die Beine kommen, um immobilisationsbedingten Folgen wie Druckgeschwüren, Lungenentzündungen und Thrombosen vorzubeugen und somit das Risiko, ein Pflegefall zu werden, zu minimieren.

„Wir operieren in Radolfzell mit der neuen Methode wenig verschobene Brüche beispielsweise am Außenknöchel. Auch bei Handgelenksbrüchen haben wir das Verfahren schon mehrfach erfolgreich angewendet“, erzählt Joachim Maier. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr gut, rund ein Dutzend Patienten zwischen 68 und 90 Jahren wurden auf diese Weise schon operiert, alle waren mit dem Behandlungsergebnis sehr zufrieden, freut sich Voltmer. Der Erfolg spornt an für mehr: Für die Zukunft ist eine Anwendung bei Beckenbrüchen geplant- was bei alten Leute auch häufig vorkommt, erklärt Maier.

Es war schon eine glückliche Fügung, dass die neue Methode im Klinikum Radolfzell Einzug gehalten hat. Joachim Maier ist bei einer Internetrecherche eher zufällig auf dieses neue und innovative Verfahren gestoßen und hat sogleich das Potential für das Radolfzeller Haus mit seinem speziellen Patientenklientel erkannt. Maier hat sich schlau gemacht und die Methode, die aus den USA kommt und dort seit 2010 erfolgreich angewandt wird, erlernt. Ein weiterer Vorteil: Die OP-Dauer des minimalinvasiven Eingriffes ist mit 30 bis 45 Minuten relativ kurz, die Narkosebelastung also gering. Und: Die ersten Studien zeigen eine sehr geringe Komplikationsrate.

Das Klinikum Radolfzell ist im süddeutschen Raum das einzige Klinikum, das die Methode bislang anwendet. Die nächsten Kliniken sind in Karlsruhe und München, berichten Voltmer (links im Bild) und Maier(rechts im Bild) stolz.

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