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“Konstanzer Modell”: Verbesserung der Patientensicherheit nach einem Krankenhausaufenthalt

08.11.2016

Ärzte und Apotheker des Klinikums Konstanz entwickeln ein erfolgversprechendes Konzept

(Konstanz). Bei einem Krankenhausaufenthalt kommt es bei vielen Patienten zu Veränderungen der ursprünglich vom Hausarzt verordneten Medikation. Viele Patienten benötigen daher nach dem Krankenhausaufenthalt andere Medikamente als vorher. Damit die Arzneimitteltherapie lückenlos fortgesetzt werden kann, muss sowohl der Patient als auch der weiterbehandelnde Hausarzt rechtzeitig über die nach Entlassung benötigten Arzneimittel informiert werden. An der Schnittstelle der Entlassung kommt es jedoch häufig zu Informationsbrüchen und Versorgungslücken, welche die Patientensicherheit gefährden können. Beispielsweise ist vielen Patienten nicht bewusst, dass Ihre Medikation im Krankenhaus umgestellt wurde. Häufig erreicht die Information über die veränderte Medikation den weiterbehandelnden Hausarzt verzögert. Dadurch kann es zu unerwünschten Arzneimittelereignissen bis hin zu Therapieversagen und Wiedereinweisung in das Krankenhaus kommen.

Um die Patientensicherheit an der Schnittstelle der Entlassung zu verbessern, wurde daher von Apothekern und Ärzten des Klinikums Konstanz in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten das „Konstanzer Modell“ entwickelt. Zentraler Bestandteil des Modells ist ein spezieller Entlassungs-Medikationsplan, der dem Hausarzt unmittelbar vor Entlassung zugesandt wird. Dieser führt neben den ursprünglich angewendeten Medikamenten die nach Entlassung fortzuführende Arznei auf. Somit sind etwaige Medikationsumstellungen auf einen Blick zu erkennen und der Hausarzt kann sich rechtzeitig um die notwendige Rezeptausstellung nach Entlassung kümmern. In einer Erprobungsphase erhielten auch Patienten einen speziellen Medikationsplan bei Entlassung ausgehändigt und eine Beratung zu Ihrer Entlassungsmedikation durch eine Stationsapothekerin. Das „Konstanzer Modell“ wurde nun in einer wissenschaftlichen Studie mit 200 Patienten untersucht, die in Kooperation mit Prof. Dr. Thilo Bertsche vom Institut für Pharmazie der Universität Leipzig und der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Studie wurden aktuell im „Deutschen Ärzteblatt“ veröffentlicht.

„In der vorliegenden Studie fanden wir zunächst heraus, dass mindestens jeder zweite Patient im Rahmen der Routineversorgung von potenziell gefährdenden Medikationsumstellungen nach Entlassung betroffen ist. Daher bestand bei ihnen die Gefahr, dass die therapeutischen Zielsetzungen nach der Entlassung nicht erreicht werden“, sagt Bertsche. Weiterhin habe es bei knapp einem Drittel der Patienten, die nach der Entlassung neuverordnete Arzneimittel benötigten, eine Versorgungslücke gegeben. Neben Kommunikationsdefiziten an den Schnittstellen der Versorgung seien unterschiedliche ärztliche Zuständigkeiten sowie der grundsätzlich unterschiedliche Arzneimittelmarkt des Krankenhauses im Vergleich zum ambulanten Sektor Gründe für therapeutisch nicht beabsichtigte Medikationsumstellungen.

„Das Konstanzer Modell erwies sich als wirksame Präventionsstrategie“, berichtet Bertsche weiter. Es sei beispielsweise gelungen, den Anteil der Patienten mit potenziell gefährdenden Medikationsumstellungen um 39 Prozent, von Patienten mit Versorgungslücken um 10 Prozent sowie bei besonderen Risikoarzneimitteln in der Medikation nach der Klinikentlassung um 21 Prozent zu reduzieren.

Chefapotheker Peter Buchal und Apothekerin Claudia Greißing führen den Erfolg des Konzeptes darauf zurück, dass die Kommunikation zwischen Klinikum, niedergelassenen Ärzten und Apothekern im Landkreis Konstanz deutlich verbessert wurde. In das Konzept wurden auch Softwarelösungen im Krankenhausinformationssystem einbezogen. Es bietet damit auch tragfähige Lösungen zur Umsetzung des aktuell eingeführten eHealth-Gesetzes.

Nach Ansicht der Leiterin der Studie, Claudia Greißing, Apothekerin am Klinikum Konstanz, lassen sich durch das „Konstanzer Modell“ und die darin unter anderem vorgesehene Einbindung des Apothekers die Risiken für den Patienten spürbar senken. „Viele Elemente des Modells werden nun in den Behandlungsalltag am Klinikum Konstanz übernommen“, sagt sie. Sie sind nach den Worten Bertsches auch auf andere Kliniken übertragbar.

Ansprechpartner:
• Apothekerin Claudia Greißing, Apotheke des Klinikums Konstanz
• Chefapotheker Peter Buchal, Apotheke des Klinikums Konstanz

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