Von der pathologischen Anatomie fasziniert

10. Okt 2018

HBK Singen: Verabschiedung von Prof. Dr. Christian Fellbaum, Chefarzt des Instituts für Pathologie des Hegau-Bodensee-Klinikums

HB Si Verabschiedung Fellbaum

(Singen).  Für den Chefarzt des Instituts für Pathologie des Hegau-Bodensee-Klinikums und als niedergelassener Pathologe in freier Praxis (Reutlinger Modell) geht ein Abschnitt zu Ende: Prof. Christian Fellbaum (64) ist nach fast 15 Jahren Chefarzttätigkeit in Singen in den Ruhestand gegangen. Die Begeisterung für seinen Beruf ist ihm nach den vielen Jahren der Berufstätigkeit und der wissenschaftlichen Arbeit erhalten geblieben. So hat ihm die Diagnostik bis zum Schluss Freude gemacht. "Eine möglichst differenzierte Basis für eine optimale Therapie zu legen, das macht die Pathologie spannend", erklärt er nach rund 30 Jahren Berufstätigkeit. Es sei eine schöne Zeit gewesen, so der scheidende Pathologe, "nicht immer einfach", aber er habe sie nicht bereut. Sein Lieblingsarbeitsplatz sei nach wie vor "am Mikroskop".

Den Abschied vom Klinikum Singen verbindet Prof. Fellbaum mit einem Dank an seinen Praxispartner Oberarzt Dr. Ulrich Oehler, den Fellbaum als "Rückgrat des Instituts" bezeichnet, sowie an Oberarzt Dr. Krisztian Szalai und die MitarbeiterInnen im Institut, die ihn ertragen hätten - trotz seiner "Akribie". Er sei dankbar für das Team und den guten Zusammenhalt. Prof. Fellbaum dankt auch Prof. Werner (Direktor des Pathologischen Instituts der Universität Freiburg) für vielfältige Unterstützung, speziell auch bei der Durchführung von molekularpathologischen Untersuchungen für Patienten aus Singen. Er dankt den Kollegen in den Kliniken für die sehr gute Zusammenarbeit. Dank spricht Prof. Fellbaum aber auch der Klinikverwaltung aus, sowohl der Personalabteilung als auch dem Rechnungswesen und der Wirtschaftsabteilung für faire Partnerschaft in den zurückliegenden Jahren.

Am Dienstag, 9. Oktober 2018, wurde Prof. Fellbaum durch den Ärztlichen Direktor Prof. Frank Hinder im Kreise seiner Chefarztkollegen im Rahmen der Chefarztkonferenz verabschiedet. Nun hat er im fernen Kiel eine neue Heimat gefunden. Dort schätzt er das rauere Seeklima, Wind, Wellen, die frische Brise sowie das weite Land.

Bevor Fellbaum im November 2003 nach Singen kam, als Nachfolger des renommierten Uropathologen und damaligen Chefarztes der Pathologie Prof. Burkhard Helpap, hatte der gebürtige Münchner, der in Österreich aufgewachsen war, in Graz Medizin studiert. In der Steiermark hat er auch seine Ausbildung zum praktischen Arzt absolviert und 1983 sein "Ius practicandi" durch die österreichische Ärztekammer erhalten. Die Berufswahl "Pathologe" war eine bewusste Entscheidung, denn Fellbaum war schon als Student von der pathologischen Anatomie fasziniert und begeisterte sich für die Morphologie, liebte Formen und Farben. Eine Liebe die sich auch in einem seiner Hobbies - "Steine sammeln" - wiederspiegelt.

Die Ausbildung zum Facharzt für Pathologie erfolgte in den Jahren 1983 bis 1988 am Institut für Pathologische Anatomie der Universität Graz unter Prof. Denk und speziell in der Lymphknotenpathologie am Institut für Pathologie der Universität Kiel unter Prof. Lennert, wo der junge Pathologe nicht nur viel lernte sondern auch seine Liebe zum Norden entdeckte.

Nach der Facharztanerkennung für Pathologie folgten berufliche Stationen als Oberarzt am Institut für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie der TU München (Klinikum rechts der Isar), die Habilitation für das Fach Pathologie über Morbus Hodgkin und die Ernennung zum Privatdozenten der Medizinischen Fakultät der TU München und letztlich die Berufung auf eine C3-Professur ab dem 01.01.1998 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Hier war Christian Fellbaum auch bis 2003 leitender Oberarzt am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Frankfurt am Main gewesen. Zum 01.11.2003 erfolgte der Wechsel als Chefarzt nach Singen. Hier war er vor allem diagnostisch, aber auch wissenschaftlich tätig. 2004 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg ernannt. Seit 2011 war er Mitglied des Weiterbildungsausschusses der Bezirksärztekammer Südbaden als Fachgutachter für die Fachkompetenz Pathologie.

Fellbaums wissenschaftliche Tätigkeit umfasst 65 Publikationen, 60 veröffentlichte Vorträge und Poster, 74 Vorträge und vier Manual- bzw. Buchbeiträge. Ihm gelang in Singen die Erstbeschreibung eines seltenen Phänotyps eines Lymphoms; in seiner Singener Zeit arbeitete er wissenschaftlich mit der Universität Zürich zusammen. Das wissenschaftliche Hauptinteresse Fellbaums lag auf der klinischen Pathologie und den Prognosefaktoren von Tumorerkrankungen und im speziellen bei der Pathologie des lymphatischen Systems. In der Lymphknotenpathologie war Prof. Fellbaum ein gefragter Referent in der Fortbildung ärztlicher Kollegen. Den Lymphomen will er sich auch im Ruhestand widmen, damit bleibt er auch seinem Lieblingsarbeitsplatz Mikroskop in gewisser Weise treu. Ansonsten widmet er sich weiterhin seinen Hobbies, dem Sammeln von Mineralien, den Reisen in nordische Länder und seinen Büchern.

Im Institut für Pathologie in Singen hinterlässt Prof. Fellbaum seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld. Unter ihm wurde das Qualitätsmangement eingeführt, wurden laufend die neuesten Leitlinien der Fachgesellschaft etabliert; die Immunhistologie wurde ausgebaut, er hat die Etablierung einer für Singen neuen Technik der Untersuchung von Tumoreigenschaften (in situ-Hybridisierung) eingeführt - zusammen mit den in der Universität Freiburg durchgeführten Mutationsanalysen wesentliche Bausteine für eine moderne individualisierte Tumormedizin.

Die Nachfolge von Prof. Fellbaum hat seit dem 1. Oktober PD Dr. Joachim Böhm, Facharzt für Pathologie, vom MVZ Clotten (Freiburg) und langjähriger Oberarzt für Pathologie in den Universitätskliniken in München, Freiburg und Aachen antreten. Dr. Böhm ist ein breit aufgestellter Diagnostiker in der klinischen Pathologie mit spezieller Expertise für Knochenmarkpathologie.



Neue Besucherregelung ab 18. Mai 2020

Liebe Besucher, liebe Angehörige,

auf der Grundlage eines Beschlusses des Sozialministeriums Baden-Württemberg gilt
ab Montag, 18. Mai 2020, in den Akutkliniken des GLKN eine neue Besucherregelung.

Diese besagt: Pro Tag ist pro Patient nur ein Besucher gestattet. Besucher melden sich bitte zuerst an den zentralen Infoschaltern bzw. am Empfang an. Im Einzelfall sind Ausnahmen möglich, klären Sie diese im Vorfeld telefonisch unter den zentralen Krankenhausnummern ab.

Menschen, die in den letzten vier Wochen an COVID-19 erkrankt waren oder bei denen ein unwiderlegter Verdacht auf eine Erkrankung besteht, sind zum Schutz der Patienten und des Personals von einem Besuch ausgeschlossen. Bitte dringend beachten!

Wenn Sie einen Termin zu einer ambulanten Untersuchung oder in einer Sprechstunde haben, wenden Sie sich bitte ebenfalls zuerst an die Infoschalter.

Die Einhaltung der Abstandsregel und der Maskenpflicht gilt auch im Krankenhaus.
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