Herzchirurgie im GLKN (Photo: GLKN)

Koronarchirurgie (Bypass-Operation)

Was ist eine koronare Herzkrankheit?

Die koronare Herzkrankheit stellt eine der häufigsten Herzerkrankungen dar, bei der die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen an den Gefäßwänden verengt oder gar verschlossen sind. Dies führt zu einer reduzierten Durchblutung des Herzmuskels und kann lebensbedrohliche Folgen wie Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen oder einen Herzinfarkt nach sich ziehen.

Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen (Arteriosklerose) verengt oder verschlossen. Der Herzmuskel wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Typische Symptome sind:

  • Brustschmerzen (Angina pectoris)
  • Belastungsabhängige Atemnot
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinfarkt

Wenn eine Katheterbehandlung nicht ausreicht oder mehrere Gefäße betroffen sind, kann eine Operation notwendig sein.

In der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Klinikum Konstanz führen wir Bypass-Operationen durch, um die betroffenen Herzkranzgefäße zu überbrücken und die Durchblutung des Herzens wiederherzustellen. Dabei legen wir besonderen Wert auf moderne und schonende Operationsverfahren, die den Patienten eine möglichst schnelle Genesung begünstigen.

Je nach Befund erfolgt der Eingriff:

  • Total-arterielle-Revaskularisation: Diese Technik verwendet körpereigene Arterien für die Bypass-Operation, die langfristig eine höhere Haltbarkeit bieten und die Gefahr eines erneuten Gefäßverschlusses verringern (Zum Fachartikel).
  • Minimalinvasive Verfahren wie OPCAB und MIDCAB: Bei diesen schonenden Methoden operieren wir am schlagenden Herzen ohne den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine (OPCAB) (Zum Fachartikel) oder führen Eingriffe durch einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen durch (MIDCAB) (Zum Fachartikel). Diese Verfahren reduzieren das Risiko von Komplikationen und fördern eine schnellere Erholung.
  • Beating Heart: Bei dieser Technik erfolgt die Bypass-Operation ebenfalls am schlagenden Herzen, was für die Patienten besonders schonend ist. Ein Herzstillstand ist während der Operation nicht notwendig. Der Kreislauf wird allerdings intraoperativ mit der Herz-Lungen-Maschine unterstützt. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für Patienten im akuten oder instabilen Herz-Kreislauf-Zustand (Zum Fachartikel)

Darüber hinaus behandeln wir auch seltene Koronaranomalien wie Koronarfisteln, Aneurysmen, Muskelbrückenspaltungen und führen Patchplastiken durch.

Zusätzlich zu den genannten Verfahren bieten wir in der Klinik für Herzchirurgie auch die chirurgische Behandlung von Postinfarkt-Komplikationen an. Hierzu zählen das linke Ventrikelaneurysma (LV-Aneurysma) und der ventrikuläre Septumdefekt (VSD) nach einem Herzinfarkt. Diese komplexen Eingriffe erfordern besondere Expertise, um die strukturellen Schäden am Herzen zu reparieren und die Herzfunktion wiederherzustellen. Mit unserer umfassenden Erfahrung in der Herzchirurgie und dem Einsatz fortschrittlicher Techniken sind wir in der Lage, auch diese herausfordernden Fälle erfolgreich zu behandeln und die Lebensqualität unserer Patienten nachhaltig zu verbessern.

Koronare Bypass-Operation

Ziel des Eingriffs

  • Wiederherstellung einer ausreichenden Durchblutung des Herzmuskels durch Umgehung (Bypass) verengter Gefäßabschnitte.

Operatives Prinzip

  • Körpereigene Gefäße – meist Brustwandarterien oder Beinvenen – werden hinter der Engstelle an das Herzkranzgefäß angeschlossen.

Total-arterielle Revaskularisation

  • Hierbei werden ausschließlich Arterien verwendet. Arterielle Bypässe weisen eine hohe Langzeitoffenheit auf und können das Risiko erneuter Eingriffe reduzieren.

Schonende Operationsverfahren

OPCAB (Off-Pump Coronary Artery Bypass)

  • Bypass-Operation am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen-Maschine.
  • Vorteil: geringere Belastung des Kreislaufs bei ausgewählten Patientinnen und Patienten.

MIDCAB (Minimal Invasive Direct Coronary Artery Bypass)

  • Zugang über einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen.
  • Geeignet bei isolierter Ein-Gefäß-Erkrankung, insbesondere der Vorderwandarterie.

Beating-Heart-Technik mit Kreislaufunterstützung

  • Operation am schlagenden Herzen mit zusätzlicher Stabilisierung durch die Herz-Lungen-Maschine – insbesondere bei instabilen Kreislaufsituationen

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