
Die Endokarditis ist eine schwerwiegende Infektion der Herzinnenhaut, die insbesondere die Herzklappen betrifft. Diese Erkrankung kann zu schweren Komplikationen führen und erfordert häufig eine chirurgische Therapie, insbesondere wenn konservative Maßnahmen wie Antibiotika nicht ausreichen. In unserer Klinik bieten wir umfassende chirurgische Behandlungen für Patienten mit Endokarditis an, die darauf abzielen, die Infektion zu beseitigen, die Funktion der betroffenen Herzklappen wiederherzustellen und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Herzklappen-Endokarditis: Ersatz oder Rekonstruktion
Die Klappen-Endokarditis konnte alle Herzklappen betreffen und führt durch die bakterielle Besiedlung zu Gewebezerstörung und Funktionseinschränkungen. Eine fortgeschrittene Endokarditis kann schwerwiegende Schäden an den Herzklappen verursachen, die einen operativen Eingriff erfordern. In bestimmten Fällen, insbesondere bei weniger fortgeschrittener Endokarditis, ist eine Rekonstruktion der Herzklappen möglich. Hierbei wird das infizierte und zerstörte Gewebe entfernt, während die natürliche Klappe, soweit wie möglich, erhalten bleibt.
Die Vorteile der Rekonstruktion liegen in der Erhaltung der eigenen Klappe, wodurch der Patient eine natürliche Klappenfunktion beibehält und postoperative Komplikationen wie Blutgerinnsel oder Infektionen reduziert werden können. Ist die Schädigung durch die Endokarditis zu stark, kann ein Klappenersatz erforderlich sein. Hierbei wird die infizierte Herzklappe vollständig entfernt und durch eine mechanische oder biologische Klappe ersetzt: Die Wahl zwischen Rekonstruktion und Ersatz wird individuell getroffen und hängt von Faktoren wie dem Ausmaß der Gewebeschädigung, der Art der betroffenen Klappe und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.
Endokarditis bei Schrittmacher- oder Defibrillator-Sonden
Eine spezielle Form der Endokarditis betrifft die Sonden von Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren (ICD). Hierbei besiedeln Bakterien die Sonden oder Elektroden, die durch die Venen zum Herzen geführt werden, und lösen eine schwer zu behandelnder Infektion aus. Diese Form der Endokarditis ist besonders komplex, da die Bakterien Biofilme auf den Sonden bilden, was eine alleinige Antibiotikatherapie oft wirkungslos macht. In den meisten Fällen erfordert die Endokarditis der Schrittmacher- oder ICD-Sonden einen chirurgischen Eingriff zur vollständigen Entfernung der infizierten Elektroden und gegebenenfalls des gesamten Systems. Diese Eingriffe sind hochspezialisiert und erfordern erfahrene Herzchirurgen, da die Entfernung der festgewachsenen Sonden mit Risiken wie Gefäßverletzungen oder Embolien verbunden sein können.
Nach erfolgreicher Behandlung der Infektion kann bei fortbestehender Indikation die Re-Implantation eines neuen Schrittmachers oder Defibrillatorsystems notwendig sein. Oft wird der neue Schrittmacher an einer anderen Stelle implantiert oder alternative Systeme wie subkutane ICDs verwendet, um die Belastung des Herzens zu verringern. Die chirurgische Behandlung der Endokarditis ist hochkomplex und erfordert ein spezialisiertes interdisziplinäres Team aus Herzchirurgen, Kardiologen und Infektiologen. Unsere Klinik verfügt über umfassende Erfahrung in der chirurgischen Therapie der Endokarditis und bietet modernste Operationsverfahren, um die bestmöglichen Ergebnisse für unsere Patienten zu erzielen. Durch den Einsatz minimalinvasiver Techniken, präziser Diagnostik und einer maßgeschneiderten postoperativen Therapie können wir eine hohe Erfolgsrate und eine schnelle Genesung sicherstellen. Unsere Patienten profitieren von der engen Zusammenarbeit unserer Teams, das auf die individuelle Situation jedes Einzelnen eingeht und das Behandlungskonzept an den Schweregrad der Endokarditis sowie die persönlichen Bedürfnisse anpasst.
Ziel unserer Therapie ist es, die Infektion vollständig zu beseitigen, die Herzfunktion wiederherzustellen und die langfristige Lebensqualität unserer Patienten zu sichern.
Operative Maßnahmen
Behandlung im interdisziplinären Team.